20 August, 2014

Papenhuder Straße: Wünsch Dir was in der Verkehrsplanung

Car Lobby Strikes Back: Small Sidewalks, Small Cycle Paths, But Many Parking Lots for Papenhuder Straße

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Streitpunkt zwischen Senat und dem CDU-Politiker Ploß ist die gelbe Fläche. Auf der Oststeite der Straße parken Autos auf Teilen der Fahrbahn (weiße Markierungen) und den eigentlichen Längsparkbuchten (zwischen den Bäumen mit Wabenpflaster). Für die Anlage von Schutzstreifen als Ersatz für unbenutzbare "Radwege" sollen die Autos nur noch in den baulich vorhandenen Längsparkbuchten stehen

Im Rahmen der Busbeschleunigung plant der Senat für den Abschnitt Papenhuder Straße die kaum nutzbaren und zu schmalen Radwege durch Schutzstreifen auf der Fahrbahn zu ersetzen. Um überhaupt regelkonforme Radverkehrsanlagen einzurichten würden dadurch 35 Plätze für Stehzeuge entfallen. Christoph Ploß von der CDU macht mächtig Druck gegen die Pläne. Er möchte das Unmögliche möglich machen und fordert die Beibehaltung aller Stehzeugplätze, den Erhalt aller Bäume, aber auch gleichzeitig den regelkonformen Ausbau der vorhandenen Radwege.

Ausgebaute und sanierte Radwege in der Papenhuder Straße, damit die Radfahrer auf einem eigenen Bereich sicher fahren können.

Gleichzeitig soll es nach Ploß vermehrte Kontrollen gegen Kampfparker geben. Mal abgesehen von den Kontrollen, die prinzipiell ja auch eher unerwünscht sind - wie soll das alles funktionieren? Das derzeitige Problem in der Papenhuder Straße betrifft die Nebenflächen. Dort wurden im vorhandenen Altbaubestand mit vorgelagerten Treppenaufgängen auf den vorhandenen Gehwegen schmale Radwege abgetrennt, die nicht den Regelwerken entsprechen. Es gibt keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Aus der Not heraus werden Fahrräder an die Absperrbügel angeschlossen, die das Kampfparken auf den schmalen Radwegelchen verhindern sollen. Dadurch sind diese "Radwege" unbenutzbar. Die restlich vorhandenen Gehwegflächen werden stark von Sondernutzungen in Anspruch genommen. Zum Teil hat es tagsüber einige Geschäftsauslagen auf den Gehwegen, vor allem aber gibt es in den Abendstunden zahlreiche Außengastronomie, die den Gehweg an manchen Stellen komplett versperrt. Übrigens gibt es im gesamten Abschnitt der Papenhuder Straße mit den illegalen Querparkern keine komfortable Möglichkeit für Fußgänger die Straße zu queren. Sich zwischen eng an eng stehenden Autos durchzudrängeln, um an die Fahrbahn zu gelangen und die Straßenseite zu wechseln, ist äußerst unattraktiv. Mit Einkaufstaschen mag kaum jemand gern zwischen den Längsseiten der Autos gehen, weil er Kratzer an den edlen Karossen befürchtet.


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Vergleich: Links mit geplantem Schutzstreifen, rechts mit vorhandenem "Radweg"

Auf Teilen der östlichen Fahrbahnfläche und den baulich noch vorhandenen Längsparkständen wurden Schrägparkflächen markiert, die jedoch in Querparkaufstellung genutzt werden. Dadurch passen zwar mehr Stehzeuge auf die Parkfläche, die Stehzeuge beeinträchtigen dadurch aber auch den angrenzenden "Radweg". Die Stehzeugüberhänge ragen bis über den nicht mehr benutzbaren "Radweg". Es ist fraglich, ob Ploß zu den 35 Parkplätzen auch solche Plätze berücksichtigt, die durch die illegale Queraufstellung ermöglicht werden. Da Ploß aber den Radweg ausbauen möchte muss die illegale Aufstellung ohnehin wieder rückgängig gemacht werden. Für die Busbeschleunigung soll der durch die Querparker (Schrägparker) genutzte Teil der Fahrbahn wieder dem fließenden Verkehr zugeführt werden. Parken soll wieder wie baulich ehemals eingerichtet nur noch in den Längsparkständen möglich sein. Dadurch gibt es mehr Platz für Fußgänger und Platz für Schutzstreifen für Radfahrer. Bislang bestehen die Gehwege z.T. aus öffentlichen und privaten Gehwegflächen. Auf der Westseite ist der öffentliche Gehweg neben dem Radweg abschnittsweise nur ein Meter breit. Die private Gehwegfläche darf von den Anliegern komplett für Sondernutzungen belegt werden oder kann auch in einen Vorgarten umgewandelt werden.


Ostseite Papenhuder Straße

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Aus den Forderungen des Herrn Ploß lässt sich ein verkehrliches Leitbild ablesen, dass noch aus dem letzten Jahrhundert stammt:
  • Maximale Flächen für Stehzeuge
  • Ausbau der vorhandenen Radwege
  • Keine Baumfällungen
In seinem Forderungskatalog tauchen weder Gehwegflächen noch Platz für Sondernutzungen auf. Nach den drei Forderungen des Herrn Ploß müssten an manchen Stellen die Gehwege nahezu ganz wegfallen. Andererseits dürften unter Berücksichtigung der Empfehlungen für den Fußgängerverkehr (EFA) als gültiges Regelwerk die zu schmalen Radwege nicht zu Lasten der Gehwege verbreitert werden. An manchen stellen scheinen sogar die Querparkstände zu kurz zu sein, denn viele Querparker stehen teilweise auf dem "Radweg". Hier müsste beim Ausbau der Radwege ebenso Abhilfe geschaffen werden. Das Regelmaß für Radwege von zwei Metern lässt sich kaum verwirklichen. Das Mindestmaß beträgt immerhin noch 1,5 Meter, doch selbst dafür reicht der Platz zwischen Bäumen und Hauswänden unter Berücksichtung angemessener Gehwegbreiten nicht aus. Für die Verbreiterung der Radwege neben den Querparkern müssten zudem Poller eingebaut werden, damit die Querparker die Radwege nicht weiterhin überfahren.


Westseite Papenhuder Straße

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Fordert Ploß hier den Ausbau auf 2,1 Meter breite Gehwege, 1,6 Meter breite Radwege, Beibehalt der Bäume und Parkplätze?

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Eierlegende Wollmilchsau

Die drei Kernforderungen verschleiern, dass unter Beibehalt der maximalen Stellplatzzahl und Beibehalt aller Bäume kein Ausbau von Radwegen möglich ist und die Gehwegflächen weiterhin stark durch Sondernutzungen und die vorhandenen schmalen "Radwege" eingeschränkt blieben. Beim Bau des Quartiers hatte gab es keine Autos, der Straßenraum war nicht für die Inanspruchnahme großer Flächen für Stehzeuge vorgesehen gewesen. Es gibt nicht einmal Platz zum Aufstellen der Mülltonnen. Für die Stadteinigung stehen die Mülltonnen auf den schmalen Radwegen bereit. Ploß möchte für die Papenhuder Straße offenbar die eierlegende Wollmilchsau, alles soll möglich sein, was aber nur unter Abriss einiger Häuser oder Aufgabe der Gehwege geht, wenn Fahrbahnen, Parkplätze und Bäume fix bleiben sollten.


Bewußtseinswandel in Deutschland

Genau dieses Denken hat jahrzehntelang die deutsche Vekehrspolitik bestimmt. Fahrbahnen für den Autoverkehrsfluss, großzügige Flächen für Parkplätze, Radfahrer sollten den Autoverkehrsfluss nicht stören und wurden auf Gehwege verlegt, zum Ärger der Fußgänger und Radfahrer. Im Gegensatz zu Deutschland gehen die Niederlande oder Kopenhagen schon lange andere Wege. In Kopenhagen wird im Zweifelsfall ganz auf Parkplätze verzichtet, wenn ein regelkonformer Radweg von 2,2 Metern Breite nicht realisiert werden kann. Luxuriöse Stehzeugflächen solchen Ausmaßes wie in der Papenhuder Straße gibt es in keinem Straßenraum mit Altbaubestand in einer Kopenhagener Hauptstraße. Doch auch in Deutschland gelten mittlerweile andere Standards als vor dreißig oder vierzig Jahren.


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Kopenhagen: Haupt- und Geschäftsstraße mit Buslinienverkehr

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Kopenhagen: Haupt- und Geschäftsstraße mit Buslinienverkehr. Kein Platz für Stehzeuge im Straßenraum. Mehr . . .

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Kopenhagen: Erschließungsstraße in Wohnquartier mit Radwegen. Stehzeuge haben auf privatem Grund Platz


Der ADAC empfahl 2004 im Rahmen der Untersuchung "Radfahren in deutschen Städten" lieber keinen Radweg als einen schlechten Radweg anzulegen bzw. keine Kombination von Minimalstbreiten vorzunehmen. Ein zu schmaler Radweg neben zu schmalen Gehweg usw. würde nicht der Sicherheit dienen. Im akltuellen ADAC-Leitfaden "Rad fahren - auf sicheren Wegen" ist analog zu den sonstigen Regelwerken (ERA, EFA) eine Regelbreite für Radwege von zwei Metern vorgesehen, nur bei geringem Radverkehr eine Radwegbreite von 1,6 Metern. "Ausreichende Gehwegbreiten" sind ebenfalls zu berücksichtigen. An Engstellen können die mindestbreiten der Verkehrsanlagen aller Verkehrsteilnehmer unterschritten werden. Dies betrifft jedoch Abschnitte von maximal fünfzig Metern Länge. Bei längeren Abschnitten sollten Radwege aufgelöst werden und der Radverkehr sicher auf die Fahrbahn aufgeleitet werden oder aber eine einstreifige Führung für den Kfz-Verkehr mit Richtungswechselbetrieb unter Aufrechterhaltung des Radverkehrs in beide Richtungen in Erwägung gezogen werden. Die angemessene Berücksichtigung des Fußgängerverkehrs zählt zu den wesentlichen Forderungen an innerörtliche Radverkehrsanlagen.

Berücksichtigen Sie immer auch die Belange der Fußgänger bei Ihren Planungen.

Die Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA) sehen im Regelfall eine Gehwegbreite von mindestens 2,5 Meter, im abgeminderten Regelfall von 2,1 Meter vor. Falls punktuell oder auf größerer Länge diese Breiten nicht eingerichtet werden können ist auf Flächen für Stehzeuge oder den Radverkehr zu verzichten. Für Sondernutzungen wie Geschäftsauslagen und Außengastronomie sind Breitenzuschläge zu den genannten Mindestmaßen einzurichten.

Im Grunde berücksichtigt die Planung des Senats die aktuellen Richtlinien. Natürlich kann in dem Straßenraum nicht gleichzeitig der größtmögliche Raum für Stehzeuge, das Mindestmaß für Radwege (1,6 Meter) und für den Gehweg (2,1 Meter zzg. Breiten für Sondernutzungen) sowie eine für den Busverkehr erforderliche Fahrbahnbreite von 6,5 Metern eingerichtet werden. Wünsch dir was war immer nur möglich durch die Aneinanderreihung von Verkehrsräumen, die unter den Mindestbreiten lagen. Dabei wurde während den vergangen Jahrzehnte vor allem beim Rad- und Fußgängerverkehr gespart. Die Forderung des Herrn Ploß, die Radwege auszubauen und alle Parkplätze zu erhalten, sind purer Populismus im Zeichen des Vorwahlkampfs und entsprechen nicht dem Leitbild heutiger Verkehrsplanung in Deutschland.  

"Der Plan es den Autofahrern immer Recht zu machen, macht es für alle unerträglich." (Hans Bichel in AMR)

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14 August, 2014

Helmpflicht? - Absurde und gefährliche Radverkehrsführung an Hamburger Baustelle

Absurd and Dangerous Cycling at Road Works in Hamburg

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Gefährlicher gemeinsamer Geh- und "Radweg" - ohne "Radfahrer absteigen"-Schild. Ein Helm wäre hier tatsächlich angeraten

Baustellen sind für Hamburgs Radfahrer oftmals eine Zumutung. Die Zeitungen berichten zwar immer wieder leidenschaftlich gern von armen Autofahrern, die wegen Baustellen im Stau stehen oder keinen Parkplatz unmittelbar vor ihrer Haustür oder der ihres Lieblingsimbisses finden, doch im Vergleich zum Radverkehr sind solche Einschränkungen eher harmlos. Kein Autofahrer soll aus seinem Fahrzeug aussteigen und es im Baustellenbereich schieben. Auch wird kaum jemals ein Autofahrer wie ein Radfahrer im Baustellenbereich auf einen Weg geschickt, der ohne Vorwarung abrupt endet ohne jegliche Weiterführung. Würden Autofahrer dann auf Gehwegen weiterfahren? Selbst das Befahren von Treppen bleibt Autofahrern erspart. Doch solchen und anderen Herausforderungen müssen sich Hamburgs Radfahrer stellen, und die Presse jammert nur über arme im stau stehende Autofahrer. Dabei gibt es selbst ohne Baustellen Stau auf einigen Hamburger Straßen, weil zu viele Autofahrer zur gleichen Zeit am gleichen Ort unterwegs sein wollen, die Straßenräume dafür aber nicht geeignet sind.

 
Trial für MTB-Biker? Helm wäre angeraten bei Fahrt über die Treppe

Besonders spektakulär, aber auch extem gefährlich ist die Radverkehrsführung an der neuen Baustelle Erdkampsweg / Hummelsbütteler Landstraße. Hier gibt es zahlreiche Verstöße gegen die Richtlinien für die Absicherung von Arbeitsstellen an Straßen.

Derzeit ist der Abschnitt des Erdkampswegs zwischen Ratsmühlendamm und Hummelsbütteler Landstraße für den Straßenverkehr komplett gesperrt. Fußgänger können auf beiden Seiten die Hauseingänge erreichen, in Richtung Ratsmühlendamm ist ein fragwürdiger gemeinamer Geh- und Radweg über eine Treppe eingerichtet. Ab Etzestraße / Wacholderweg ist der Erdkamspweg in Richtung Ratsmühlendamm nur noch für Anlieger freigegeben. Es gilt Tempo 30. Etwa ab Haus-Nr. 27 kurz vor der Kreuzung mit der Hummelsbütteler Landstraße ist die Fahrbahn nur noch einspurig befahrbar weiterhin bei Tempo 30. Fahrzeuge können im weiteren Verlauf nach rechts in die Hummelsbütteler Landstraße abbiegen und werden dort einspurig bis zum Kreisverkehr mit dem Ratsmühlendamm geführt. Im einspurigen Bereich, in dem nur der Anliegerverkehr bei Tempo 30 zugelassen ist, sind mehrfach Schilder "Radfahrer absteigen" aufgestellt, obwohl dort keinerlei Gefahr für Radfahrer besteht. An anderer Stelle werden Radfahrer nicht zum Absteigen aufgefordert, wo es vielleicht notwendig wäre. Denn Radfahrer sollen an der Ecke Hummelsbütteler Weg / Erdkamspweg eine Gehwegtreppe hinunter fahren. Der Weg über die Treppe ist als benutzungspflichtiger gemeinamer Geh- und Radweg im Zweoirichtungsverkehr ausgewiesen. Hat die örtlich zuständige Straßenverkehrsbehörde diese unsinnigen Verkehrszeichen angeordnet oder ein Bauleiter?

Die zahlreichen "Radfahrer absteigen"-Schilder an der Fahrbahn irritieren die meisten Radler, die dann weiterhin auf dem Gehweg radeln, obwohl es dort im Baustellenbereich viel enger zugeht als auf der Fahrbahn. Befördert wird das illegale Gehwegradeln durch das abrupte Radwegende vor dem Baustellenbeginn. Der im Gehwegbereich von der Fahrbahn durch Stehzeugplätze abgetrennte nicht benutzungspflichtige Radweg endet ohne irgendeine Aufleitung auf die Fahrbahn. Radler können am Ende des Radwegs nicht regelgerecht auf die Fahrbahn wechseln, da Stehzeuge den Übergang zur Fahrbahn versperren. Daher wird mehrheitlich weiter auf dem Gehweg geradelt.Auch fehlt es dort an einem Hinweisschild auf die Fahrbahn zu wechseln, wie es an anderen Stellen in Hamburg zum Einsatz kommt, wenn en Radweg unterbrochen ist.


Baustelle Erdkampsweg aus Richtung Norden

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Erdkampsweg / Etzestraße: Wegen folgender Baustelle nur noch für Anlieger freigegeben. Der "Radweg" bleibt von der Baustelle zunächst nicht betroffen

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Gefährlicher unbenutzbarer "Radweg" - ohne "Radfahrer absteigen"-Schild und Kampfradlerin

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Gefährlicher "Radweg" - ohne "Radfahrer absteigen"-Schild. Ab hier gilt Tempo 30

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Gefährlicher Fake-"Radweg" verschwenkt in den Dooringbereich der Stehzeuge

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Ende des "Radwegs" kurz vor der unmittelbaren Baustelle - keine Aufleitung auf die Fahrbahn - entgegen der Regelwerke. Radler müssen hier unmittelbar auf die Fahrbahn wechseln.

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Beginn des unmittelbaren Baustellenbereichs - sollen Radfahrer auf der Fahrbahn absteigen und schieben?

Bausbestellenbereich: Nur die wenigsten Radler fahren auf der Fahrbahn durch den Baustellenbereich - verursacht durch die "Radfahrer absteigen"-Schilder. Doch wo ist hier die Gefahr?

Baustellenbereich: Selbst Radler, die zuvor regelkonform auf der Fahrbahn gefahren sind, fühlen sich durch die "Radfahrer absteigen" verunsichert und fahren regelwidrig auf dem Gehweg weiter

Baustellenberich: Die überwiegende Zahl der Radler fuhr allerdings zuvor auf dem "Radweg", nach dem "Radweg"-Ende weiter auf dem Gehweg und im unmittelbaren Baustellenbereich dann weiter regelwidrig auf dem Gehweg. Es fehlt eine ausgewiesene Radverkehrsführung . . .

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Im Baustellenbereich werden die "Radfahrer absteigen"-Schilder auf der Fahrbahn mehrfach wiederholt, doch für wen? Es gilt Tempo 30, der Anliegerverkehr darf fahren. Es gibt kein VZ254, welches das Radfahren verbieten würde

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Baustellenbereich: Quer zur Fahrbahn ist ein unbeschilderter Weg als Fußgängerquerung zur anderen Straßenseite abgetrennt

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Am Ende der Querung steigt der Radler wohlweislich ab - ohne irgendwelche "Radfahrer absteigen"-Aufforderungen . . .


Baustelle Erdkampsweg aus Richtung Ratsmühlendamm

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Ratsmühlendamm / Brombeerweg: Furt in Richtung Erdkampsweg

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Ratsmühlendamm / Brombeerweg: Furt in Richtung Erdkampsweg

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Ratsmühlendamm / Erdkampsweg: Weiterfahrt in Erdkampsweg abgesperrt, Radfahrer müssen ohne Markierung oder Wegweisung auf die Fahrbahnen im Ratsmühlendamm wechseln

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Erdkampsweg / Ratsmühlendamm: Die Weiterfahrt in den Erdkampsweg ist verboten. Im Hintergrund am Baustellenrand ein "Radfahrer absteigen"

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Ratsmühlendamm / Erdkampsweg: Weiter geht es in den Ratsmühlendamm


Baustelle Erdkampsweg aus Richtung Hummelsbütteler Weg West

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Hummelsbütteler Landstraße / Ratsmühlendamm: Keine Durchfahrt Richtung Erdkampsweg

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Hummelsbütteler Landstraße / Ratsmühlendamm: Gemeinsamer Geh- und Radweg entlang der Baustelle in Richtung Erdkampsweg

Hummelsbütteler Landstraße - Gemeinsamer Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr vor den Hauseingängen - Blickrichtung Erdkampsweg

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Hummelsbütteler Landstraße / Erdkampsweg: Der "Radweg" endet an einer Treppe!

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Erdkampsweg / Hummelsbütteler Landstraße: Diese Treppe ist für den Radverkehr vorgesehen - ohne die Warnung "Radfahrer absteigen"!



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07 August, 2014

Ist eine Fußgängerbrücke auch eine Radfahrerbrücke?

Is a Pedestrian Brigde also a Cycle Bridge?
Aktualisiert
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Brücke für Radfahrer und Fußgänger

Im Harburger Binnenhafen soll es ab September 2015 eine neue Brücke über den Lotsekanal geben. Doch Rachel Wahba vom Hamburger Abendblatt konnte sich nicht so recht über die Zweckbestimmung der Brücke festlegen. Soll es eine Fußgängerbrücke werden oder eine Brücke sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer? An einer Stelle ist die Rede von einer "Fußgänger-Drehbrücke", dann sogar von einer Brücke "für Fußgänger und Radfahrer". Das erfreut die Radler sicherlich, wenn sie zukünftig einen kürzeren Weg von der Harburger Innenstadt zur Schlossinsel haben werden. Die neue Brücke soll den Kanalplatz am Südufer mit dem Brückenplatz am Nordufer verbinden. Doch offenbar hat die Redakteurin Schwierigkeiten die Begriffe Fußgänger und Radfahrer zu trennen.

Die wird künftig für Fußgänger und Radfahrer, die ihr Vehikel allerdings über die Brücke schieben müssen, als direkte Verbindung zwischen Kanalplatz und Lotsekai fungieren. 

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Brücke für Radfahrer und Fußgänger

Radfahrer fahren mit einem Fahrrad. Im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung nehmen sie am Straßenverkehr Teil und gehören grundsätzlich auf die Fahrbahn. Radfahren auf Gehwegen ist verboten, wenn es nicht durch besondere Verkehrszeichen vorgeschrieben oder erlaubt wird. Fußgänger, dazu zählen u.a. auch Skater und Boarder, müssen Gehwege benutzen. Gleichwohl dürfen Fußgänger, oder im Amtsdeutsch "zu Fuß Gehende", auch sperrige Gegenständige oder Fahrzeuge mitführen. Würden diese andere Personen behindern müssten Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen.

Wer zu Fuß geht und Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführt, muss die Fahrbahn benutzen, wenn auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen andere zu Fuß Gehende erheblich behindert würden. Benutzen zu Fuß Gehende, die Fahrzeuge mitführen, die Fahrbahn, müssen sie am rechten Fahrbahnrand gehen; vor dem Abbiegen nach links dürfen sie sich nicht links einordnen. (§25 (2) StVO)

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Brücke für Radfahrer und Fußgänger

Selbst in den Wallanlagen und Planten un Blomen darf ein Fußgänger ein Fahrrad mitführen - aber nirgends steht, dass der Park für Radfahrer offen ist. Schwebt der Redakteurin etwa das Bild des Radfahrers vor, der sich jederzeit nach Belieben der autogerechten Planer in Fußgänger verwandeln soll, damit der "Verkehr" nicht behindert wird? Die Schilder "Radfahrer absteigen" werden leider immer noch häufig in Hamburg benutzt. Letztendlich kommt auch jeder Autofahrer durch eine Fußgängerzone. Er muss dort lediglich zu Fuß gehen - und sein Fahrzeug zuvor abstellen.


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Brücke für Fußgänger und Radfahrer


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Fußgängerbrücke - "Radfahrer bitte absteigen"



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06 August, 2014

Einbahnverkehr im Großen Burstah soll aufgehoben werden

Cycle Routes in the City: Bi-Directional Cycling in Großer Burstah

© BID Nikolai Quartier 2014
© BID Nikolai Quartier 2014


Gestern wurde die Planungen für das neue BID Nikolai-Quartier vorgestellt. Bis 2019 sollen elf Straßenzüge umgestaltet werden. Ab Sommer 2015 soll der Große Burstah betroffen sein. Zukünftig soll der Einbahnverkehr aufgehoben werden. Stadtauswärts soll es eine Busspur geben, die für Taxen, Radfahrer und eingeschränkt auch für Lieferverkehr freigegeben sein soll. Im Verlauf der Velorouten 1, 2, 11 und 12 könnten sich dadurch Verbesserungen ergeben.


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Kreuzung Erdkampsweg / Hummelsbütteler Landstraße wird umgebaut

Renewal: Erdkampsweg Will Have Cycle Lanes


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Ab nächsten Montag soll die Kreuzung Erdkampsweg  / Hummelsbütteler Landstraße gesperrt sein. Bis Ende Oktober soll die Kreuzung umgestaltet werden. Die überbreite Fahrbahn soll reduziert, Gehwege verbreitert und Radfahrstreifen angelegt werden. Der Erdkamspweg soll auch zwischen Hummelsbüttler Weg und Ratsmühlendamm komplett umgestaltet werden.


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Letztes Jahr war schon der Umbau der Kreuzung Erdkampsweg / Ratsmühlendamm / Maiernweg / Brombeerweg erfolgt. Zwischen Hummelsbüttler Landstraße und Wacholderweg sollen beidseitig Schutzstreifen markiert werden und die noch bestehenden Fake-"Radwege" ersetzen. Die Länge der interessanten noch vorhandenen Fake-"Radwege" im Erdkamspweg wird somit nach und nach geringer.


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Statt des Fake-"Radweg"s soll hier später ein Radfahrstreifen den Radverkehr aufnehmen

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