30 Oktober, 2014

Berlin: Radwegbenutzungspflicht an Haltestellenkaps entfällt

Berlin: Obligation for cycle tracks at tram station canceled

Aktualisiert
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Es scheint nicht einfach zu sein Tram- und Radverkehr im Straßenraum angemessen zu berücksichtigen. In Bochums Hauptstraße wurde beim Neubau einer Tramlinie das Fahrbahnradeln verboten und das Gehwegradeln im Schritttempo erlaubt. In Berlins Kastanienallee dagegen wurde das Radeln auf der Fahrbahn erlaubt. Lediglich im Bereich von Haltestellen sollten Radler auf Radwegen fahren. Nun hat das Verwaltungsgericht die Verpflichtung die Radwege an den Haltestellen zu benutzen aufgehoben. Radler haben Wahlfreiheit zwischen Fahrbahnbenutzung und Radwegbenutzung.


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Berlin, Kastanienallee: Dieser Radwegzwang entfällt aufgrund der Klage eines Radlers

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Nunmehr haben Radler Wahlfreiheit zwischen Fahrbahn und Radweg auf dem Haltestellenkap

Die nach der Straßenverkehrsordnung erforderliche, auf besondere örtliche Verhältnisse zurückzuführende erheblich gesteigerte Gefahrenlage für eine Radwegbenutzngspflicht bestehe laut Gericht nicht. Wenn eine Tram am Kap halte, werde ein sich verkehrsgerecht verhaltender Radfahrer entweder freiwillig den Radweg benutzen oder – wie der motorisierte Straßenverkehr – hinter der Tram deren Weiterfahrt abwarten. Sofern Radfahrer sich bewusst verkehrswidrig verhielten und Unfälle in Kauf nähmen, indem sie in den Gegenverkehr wechselten, handele es sich um keine das allgemeine Risiko übersteigende Gefahr.


Foto: Klaus Kuliga
Bochum, Hauptstraße: Fahrbahnverbot wegen Straßenbahngleisen. Mehr . . .
Foto: Klaus Kuliga
[Fotos: Klaus Kuliga]
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Bochum, Hauptstraße: Umleitung für Radfahrer wegen Straßenbahnschienen


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29 Oktober, 2014

Baustelle mal ganz anders

The different road works

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Seit dieser Woche wird in der Feldstraße und am Neuen Kamp gebaut. Im Verlauf der wichtigen Veloroute 1 sollen die Fakeradwege durch Radfahrstreifen bzw. eine Umweltspur (überbreite Busspur mit Freigabe für Radler) ersetzt werden. Derzeit steht dem Fahrzeugverkehr je Fahrtichtung nur eine Fahrspur zur Verfügung. Radler haben weiterhin die Wahl zwischen "Radweg"-Benutzung und Fahrbahnbenutzung. Radler auf der Fahrbahn sind derzeit Kolonnenführer vor dem restlichen Fahrbahnverkehr. Auch entlang der Fuhle dürfen Radler weiterhin die Fahrbahn benutzen (oder alternativ im Schritttempo die Gehwege) - trotz einspurigem Fahrzeugverkehr entlang des langen Baufeldes. Vor wenigen Jahren noch waren solche Verkehrsführungen undenkbar in Hamburg.


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23 Oktober, 2014

Baubeginn für Fahrradstraße Harvestehuder Weg

Start for cycle street along Alster lake at Harvestehuder Weg

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Ab Montag wird an der ersten sog. Alsterfahrradachse gearbeitet. Am Harvestehuder Weg beginnen Bauarbeiten für die Einrichtung der Fahrradstraße zwischen Alte Rabenstraße und Harvestehuder Weg 44 nahe der Krugkoppel. Ab dem 9. Dezember soll die Fahrradstraße benutzbar sein. Bis Mitte Dezember sollen noch Restarbeiten an den Nebenflächen erfolgen.

Die Fahrradstraße soll den zum Teil nur rund 1,5 Meter breiten Zweirichtungsradweg ersetzen, der für seine Aufgabe nicht geeignet ist. Die Veloroute 4, die über den Harvestehuder Weg verläuft, würde durch den Umbau an Attraktivität gewinnen. Laut Angaben der BWVI hat es werktags zwischen 6 und 19 Uhr etwa 4400 Radler am Harvestehuder Weg. Rund um die Außenalster sollen rund um die Außenalster folgen.


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Veloroute 4, Alsterufer: Beengter Zweirichtungsradweg

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Veloroute 6, Uferstraße: Vorbild für Harvestehuder Weg


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21 Oktober, 2014

Veloroute 1 bekommt eine zweite Chance

Second chance for cycle route 1

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Veloroute 1 am Neuen Kamp - benutzungspflichtiger Fakeradweg

Als eine der ersten Velorouten Hamburgs wurde 2002 die Route 1 vom Rathausmarkt Richtung Altona bis zum Neuen Pferdemarkt eingerichtet. Im Verlauf der Feldstraße wurden damals neben dem nur ein Meter breiten Radweg in Baumscheiben und angrenzenden sonstigen Grünflächen graue 0,25 m breite Betonsteineverlegt, die den regelmäßigen Gründschungel auf dem Radweg verhindern sollten. Am Neuen Kamp wurde der Radweg stellenweise von 0,8 Meter auf bis zu 1,25 Meter verbreitert. Daher wurde der Gehweg von stellenweise zwei Meter Breite auf bis zu einem Meter Breite verengt, trotz erlaubter oder geduldeter Sondernutzungen. Der Radweg behielt zunächst den Benutzungszwang (Radwegbenutzungspflicht). Derzeit ist noch ein kurzer, aber sehr konfliktreicher Abschnitt am Neuen Kamp bis zum Neuen Pferdemarkt wegen Räumzeiten benutzungspflichtig.


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Schon damals gab es Forderungen nach Radfahrstreifen, die damals von der zuständigen Baubehörde abgelehnt wurden. Die Behörde sah den Autoverkehrsfluss zu sehr beeinträchtigt. Durch den Wegfall einer Autofahrspur Richtung Innenstadt für eine Radspur prognostizierte die Behörde einen erheblichen Rückstau des Autoverkehrs bis weit in die Stresemannstraße hinein. Der "Radweg" war vor allem wegen der zu schmal bemessenen Gehwege angesichts vieler Veranstaltungen (Dom, Fussballspiele, Flohmarkt), Geschäfte und Gastronomie und der wichtigen U-Bahn-Station mehr oder weniger unbenutzbar. Auch mangelhafte Instandhaltung (Grünwuchs) und das Fahrradparken auf dem "Radweg" beeinträchtigten die Benutzbarkeit erheblich. Zudem stehen sich Radler entlang Feldstraße und Neuer Kamp selbst im Weg. Kaum irgendwelche anderen Straßen Hamburgs sind bei Geisterradlern so beliebt wie der Straßenzug zwischen Neuer Pferdemarkt und Sievekingplatz.


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Ab 27. Oktober startet die nun zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in einem zweiten Versuch die Veloroute 1 einzurichten. Die Bauarbeiten an der Veloroute 1 betreffen Feldstraße und Neuer Kamp und später auch den Neuen Pferdemarkt, wo der "Radweg" derzeit unscheinbar und kaum erkennbar über eine Grün- und Spielfläche verläuft. Stadtauswärts soll der "Radweg" zugunsten eines Radfahrstreifens entfernt werden. Stadteinwärts sollen Radler und Busse ab Bunker Feldstraße eine gemeinsame überbreite Spur erhalten.


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Neuer Kamp, Rindermarkthalle: Für die Veloroute 1 wurde der Gehweg hier um einen halben Meter auf bis nur noch einen Meter Breite eingeengt. Der Radweg war vor dem Ausbau nur 0,8 Meter breit.

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Neuer Kamp vor der Rindermarkthalle: Die grauen Betonsteine sollten den Grünwuchs "verhindern"

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Ohne Instandhaltungsmittel konnten die neu verlegten grauen Betonsteine zu beiden Rändern des "Radwegs" den Grünwuchs nicht verhindern




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Osterstraße: Entwurfspläne sollen vorgestellt werden

Osterstraße: Plans should be presented

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Der erste Entwurf der Verkehrs- und Freiraumplaner für die neue Osterstraße soll am 28. Oktober um 19 Uhr im Hamburg-Haus (Doormannsweg 12) öffentlich vorgestellt werden. Das Bezirksamt Eimsbüttel sammelte im Juni Anregungen der Bürger zur geplanten Umgestaltung des Straßenraums. Das Ergebnis dieser Befragung: Häufig gewünscht waren Radspuren anstelle von Radwegen und mehr Bäume.

  • Radwege auf die Straße (40x) 
  • Viele Bäume; mehr Bäume; Bäume stehen lassen (33x)
  • Tempo 30 in der Osterstraße (16x)
  • Mehr Fahrradstellplätze (15x)
  • Mehr Platz für die Fußgänger, auch an der Kreuzung Heußweg / Osterstraße (15x)

Weniger Anklang fanden Belange des MIV oder aber eine autofeie Osterstraße.

  • Motorisierten Verkehr berücksichtigen, Verkehrsträger nicht priorisieren (1x)
  • Den Autos Raum lassen, sie sollten weiterhin auf der Osterstraße fahren dürfen. Keine Einbahnstraße (1x)
  • Verengung der Straßenfläche (1x)
  • Keine Kreisverkehre (1x)
  • Kein Tempo in der Osterstraße (2x) 
  • Mehr Parkmöglichkeiten Tag und Nacht (2x)
  • Kurzzeitparkplätze für Gewerbetreibende (2x)
  • Parkplätze (an beiden Seiten) beibehalten (3x)
  • Generell mehr Kreisverkehr, vor allem an kleineren Keuzungen (4x)
  • Weniger Parkplätze, Anreise per U-Bahn oder Rad fordern (4x)
  •  Gemeinschaftsstraße zwischen Heußweg und Hellkamp / Methfesselstraße (5x)
  • Osterstraße autofei (6x)


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